stande, während sein speciiiBches Gewicht unverändert (1,020) blieb, trotzdem trat keine günstige Veränderung in dem Zustande des Kranken ein, imd nach Verlauf von 14 Tagen erlag er unter den ausgesprochenen Erschei- iningan von Erschöpfung. — Bei der Sektion fand man den Körper auffallend abgemagert, alle (^webe durchweg anämisch, das Herz klein, matsch, in der Muskolatur zum Theil fettig degenerirt, in allen Höhlen mit weisslichen, dem Atherom ähnlichen Flecken besetzt, die offenbar unter dem Endokardium ab- gelagert waren, durch dasselbe hervorschimmerten, sich übrigens auch bis an die Valveln in die Aorta fortsetzten; der obere Lappen der rechten Lunge adhärirte der Brustwand und war mit Miliartuberkeln durchsetzt, die zum Theil bereits im Zustande der Zerfliessung waren, die linke Lunge war gesund, ebenso Magen imd Darmkanal, die Leber war gross, brüchig, sehr stark fettig degenerirt, die Milz klein, übrigens normal. Die Nieren erschienen bleich, et- was gross, weich, die Nierenkapsel der brüchigen Cortikalsubstanz so fest ad- härirend, dass man bei dem Versuch^ sie abzuziehen, Stücke des Parenchyms . mitnahm. Auf dem Durchschnitte erschien das Gewebe blass, die Grenze zwi- schen der Gortical- und Pyramidalsubstanz nur an einzelnen Stellen bestimmt nachweisbar, grösstentheils undeutlich; mikroskopisch fand man das Nieren- ffeweba in hohem Grade fettig degenerirt, weniger an denjenigen Stellen, wo die Rinden- und Tubularsubstanz noch von einander unterschieden werden konnten, wo die einzelnen Hamkanälchen wohl erhalten, das Epithel derselben nur hie und da fetthaltig, meist normal und auch die Malpighischen Körper- chen unverändert erschienen, in einem weit höheren Grade aber in dem grös- seren Theil der Nieren, wo der tubulöse Bau der Rinden Substanz kaum er- kennbar und das Ganze wie aus einer Masse abgestossenen , mit Fettkömchen oder grossem Fettkugeln gemischten Epithels erschien, während nur noch we> nige Ciliaren nadi^wiesen werden konnten, und die wenigen, mit vieler Mfihe aofgefiindenen, Malpighischen Körperchen atrophirt und geschrumpft er- ■chienen. Das Nierenbecken, die Ureteren und die Harnblase zeigten sich voll- kommen normal und gesund. Priestley wirft selbst die Frage auf, ob dieser Fall von endemischer Här matnrie, der sich im Leben durch die intensiven Beschwerden , den Verlauf and den tödtlichen Ausgang von den bei weitem meisten übrigen Fällen der Krankheit unterschied, in der That als ein reiner, oder nicht vielmehr als ein, und zwar mit Morb. Brightii complicirter Fall von endemischer Hämaturie an- gesehen werden muss, glaubt diese letzte Annahme aber durch dss sehr spät auftretende, nur wenige Tage dauernde, zudem unbedeutende Oedem an den yaaoon. und den Mangel komatöser Erscheinungen bei dem tödtlichen Aus- gutga widerlegt; ich ULsse dahingestellt, ob man nicht berechtigt ist. diesen 348 Hirioh^ hiatoriiok geogn^liifloh« Pathologii. tere Ablagerung derselben» resp« für Steinbildung abgeben, worviber«^ das Nähere. Die hier besprochene Distomenkrankheit ist bis jetzt i Aegypten beobachtet, oder doch erkannt worden, scheint hier al enormer Häufigkeit vorzukommen; so fand Griesinger dieselbe 863 zur Sektion gekommenen Individuen llTmal und Bilharz gl« der Annahme, dass die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung ägypti Stammes den Parasiten oder dessen hinterlassene Spuren beherberget, zu niedrig als zu hoch gegriffen zu haben. — Bezüglich des Vorkoa der Krankheit in Aegypten verdienen zwei Momente eine besonder achtung: 1) der Umstand, dass der Parasit zu gewissen Jahreszeiten figer, als zu andern zu sein scheint; so fand Griesinger in den Ho Juni bis August den Distomaprocess in der Hälfte aller von ihm \ suchten Leichen, während derselbe in den Monaten September, Ol und Januar nur bei dem vierten Theile der Leichen vorkam; 2) die von Bilharz erörterte Thatsache, dass die Krankheit zugsweise unter den eigentlichen Aegyptern (Fellahs und Kopten), selten auch bei Nu b lern vorkommt, wobei dahin gestellt bleibt, o1 Parasit auch in der Heimat dieser angetroffen wird, da die von ihm i suchten Individuen, soweit er es in Erfahrung bringen konnte, seit Ji auf ägyptischem Boden gelebt hatten , dass dagegen unter zahlreiche Laufe mehrerer Jahre untersuchten Negerleichen nur eine den ^ und seine Eier enthielt, während bei den in Egypten ansässigen Tu und Europäern, welche als bevorzugte Racen dem anatomischen 1 unzugänglich sind, die, die Anwesenheit des Parasiten verratheoden l tome von Bilharz niemals beobachtet worden sind. Ueber die Art und Weise, wie der Parasit in tlen menschlich ganismus gelangt, sowie über sein Verhalten ausserhalb des Organ ist bis jetzt nichts bekannt geworden. B. Uroiithiasis. §« 182. Eines der für die geographisch - pathologische For wichtigsten Kapitel der gesammten Nosologie und speciell aus dei der Krankheiten des uropoetischen Systems, bildet Urolithiasi zwar besonders Harnblasenstein, insofern diese Krankheit ii geographischen Verbreitung wesentliche Eigenthümlichkeltpn, resp. hohem Grade ausgesprochene Abhängigkeit von gewissen örtliche hältnissen zeigt, so dass sie, wenn auch überhaupt eine der selten kommenden Krankheitsformen, in einzelnen Gegenden mit dem Ch einer Endemie vorherrscht, in andern wenig oder gar nicht beo wird. Leider bietet uns die Statistik auch für die Lösung dieser, ätiologische Forschung so äusserst wichtigen Frage nur ein sehr fügiges Material, wie dasselbe einerseits in, der Operationsstatistik allgemeiner Hospitäler, andererseits in den Mortalitätslisten, nan Englands, vorgef\inden wird; von den bei weitem meisten Punkten wir aber nur allgemeine Angaben über die Häufigkeit oder Seltent Krankheit, und selbst diese Angaben beziehen sich nicht, wie es z\ wünschenswerth wäre, auf einzelne bestimmte Lokalitäten, sonder auf grössere, oft sehr ausgebreitete Landstriche ; ich habe alle dies< jedoch in gewissenhafter Weise gesammelt und chorographisch zusb gestellt, so dass es mir gelungen ist, einen allgemeineren Ueberblic Orgm • fiLTinklidteiL ün>liUiiAaii. S4S aphische Verbreitung der in Fragte stehenden Krankheil zu ^ewin- so einiges Licht in diese bisher ziemlich dunkel gebliebene Materie ingea. — Die bei weitem grössle Kenntniss von dem Vorkommen von »lasenstein besitzen wir selbstverständlich aus Europa, mit dem ich fr folf^enden Rnndschau demnach auch den Anfang mache* Schon in north iehsten Gegenden dieses Erdtheils, in IsUnd*), begegnen wir IQ Punkte, wo Harnblasenstein in hervorraipfcnder Frequenz beobachtet , indem bei einer Bevölkerunf^ von durchschnittüch 55,000 Seelen halb 10 Jahren (1827—37) 33 Todesfälle durch die Krankheit bedingt ien sind, d. h. jährlich auf 100,000 Individuen 6.0 — ein, wie wir iioer Vergleichung mit Daten aus andern Gegenden ersehen werden, I gro&ser Quotient. In Norwegen und Schweden scheint Harn- liistein absolut selten %n sein; schon Richerand^) spricht sich in km Sinne bezuglich Schwedens aus, bestimmtere Nachrichten hierüber hat Civiale^) gesammelt; innerhalb 4 Jahren ist in das allgemeine llienhatis zu Christiania, mit einer Bevölkerung von mehr als 20,000 Bn, unter 3200 Kranken ein Fall von ßlasenstein vorgekommen, von ilaselbst lebenden Aerzten» selbst den ältesten, weiss sich keiner einer er Stadt gemachten Steinoperation zu erinnern, und, was besonders btenswerth, die Kranklieit ist niemals bei Kindern beobachtet worden» b% wie bekannt, neben Männern in höherem Alter den grössten Con- ^t zu den Steinkranken stellen. Basselbe gilt von Gothenburg, wo einer Bevölkerung von 26,000 Seelen, in das Hospital, seit seinem Be- ten, d h, innerhalb 50 Jahren, nicht ein Fall von Blasenstein aulge- «Den, in der Stadt selbst aber innerhalb 15 Jahren nur vier Fälle der Bkheil beobachtet worden sind, während in den übrigen Theiten der »iriz Bohus dieselbe kaum bekannt ist, und einer gleichen Immunität {}, Moorcroft^o^^ Carter**), Cornish a») Q, a. den unumstösslichen Beweis liefern, dass die Krankheil nicht nur in den nördlichsten Gebieten, wie namentlich im Punjab, im Lande der Seikhs i Kdlnb. irifei uia iönr. .Toura. LIX. »47. 4) L c, 641. S) Wiener med. Woeh»^ mhT. ittäA. Ho. 17 und Zeittclir. der Wieni^r A«frilfl IseO. 6«U fl) L c. STO. SEflItAchr. der Wlaiver Aerxto 1. c. H) Scott In Joum. of Science and ArU L Ukatt» mtd. trjinM«l. V, 24», VI. 4iM), VU- 40», VHL ApfWEd. XXV. ll»ld- V. Ii»4, VI. 44« imd Eitsy on th« princ. siirgicul dUflAfieff <tf Indln. C&ktttt« inAiK OÄlc«llA tneti traii»ii«t V. $n und CHiAcal aiuitnit. of Ihe mora InJimrUst d1i««iei of loMftl. CUiütttt, i«»£, L n. U) CAjmtta med. tnuiimot VL 43&, 13) fbid. VL 453. IMjL VI. I.H. tb\ ibid. VL 451». n;) IndJa Jourti. of med. (^itm<». U »Sh Ibid. IL a* 18) Indiwi Aiiiial« of ia«d. Sc. in^n, JuU boj. wj UlifllOftl ra- «to* IL lOv. 10} TruT^elJt in tbn UtinnlajAn proTlac«». Ltrad. imL ia#d. lT«a»MSt New 8er. V, t*ö». M) Mudrmit qnwt Jotim. at m^A. Sc. mm 858 Hirfch, hitioiisdh geogn^ihifdie Ptthologie und in Kumaon, sondern auch in Scindh, den Radjastan-Staaten in Bande- lakhand und vielen Gegenden der nordwestlichen Provinzen, wie in Mir thura, Bareili, Patna u. s. w., ferner in einzelnen Gegenden Ober- und Niederbengalens, so namenliich in Burdwan, und in der Provinz Orissa, ferner in Guzeiat, Candeish und anderen Gegenden der Präsidentschaft Bombay, und vielen Landschaften Centralindiens, so namentlich in den Provinzen Nagpur und Hyderabad, mit dem Charakter einer wahrhaften Endemie vorherrscht, oder doch in grosser Frequenz beobachtet wird; die einzige Ausnahme in grösserem Umfange macht der zur Präsidentschaft Madras gehörige östliche und westliche Küstenstrich, wo Uthiasis abso> lut selten angetroffen wird. — Auch in den südlichen Gegenden Chinas und zwar, wie aus den Berichten von Hobson^), Par